Profil – Wirtschaft

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage Algeriens
Wirschaftsdaten Algerien

Algerien hat am 22. April 2002 ein Assoziierungsabkommen mit der EU geschlossen, das am 1. September 2005 in Kraft trat. Zu den Zielen des Abkommens gehört die Schaffung einer regionalen Freihandelszone durch den schrittweisen Abbau von Handelshemmnissen in einem Zeitraum von 12 bis 15 Jahren nach Inkrafttreten.

Die algerische Volkswirtschaft ist ihrer Struktur nach eine staatlich dominierte Rentenwirtschaft auf Basis von Erdöl und Erdgas. Algerien ist viertgrößter Erdgas- und zehnt größter Erdölproduzent der Welt.. Der Erlös aus dem Verkauf von Öl und Gas betrug 2011 rund 97% des Exportvolumens und über 30% des Bruttoinlandsproduktes. Die algerische Wirtschaft ist wenig diversifiziert. Nahezu alle Konsum- und Industriegüter werden aus dem Ausland bezogen. Der Privatsektor gewinnt nur langsam an Bedeutung.

Dank anhaltend hoher Ölpreise konnte Algerien über Jahre hinweg ein kontinuierliches BIP-Wachstum von durchschnittlich 3% verzeichnen. Nach einem realen BIP-Wachstum von  3,3% 2010, wurde 2011 ein Wachstum von 2,9%  erreicht. Die algerische Außenhandelsbilanz weist für 2011 einen Überschuss von 19 Mrd. US-Dollar aus, die Devisenreserven sind zum Jahresende 2010 auf rund 182 Mrd. US-Dollar angestiegen.

Algerien ist nach wie vor um eine Erleichterung des Auslandsschuldendienstes bemüht und hat deshalb seine Auslandsverschuldung konsequent zurückgeführt. Seit 2005 ist staatlichen Institutionen die Neuaufnahme von Auslandskrediten grundsätzlich untersagt. Entsprechend belief dich die Auslandsverschuldung Ende 2010 auf nur noch 3,9 Mrd. US-Dollar.

Die Inflation betrug 2011 ca. 3,9% an (2010: 4,3%).

Die OECD hat im April 2005 die Risikokategorie für Algerien von 4 auf 3 verbessert.

Der Hydrokarbonsektor generiert zwar hohe Einnahmen, schafft aber nur wenige Arbeitsplätze. Erklärtes Ziel der Regierung ist daher seit Jahren die Schaffung von Wachstum und Beschäftigung außerhalb des Energiesektors. Bereits Ende der 1980er Jahre hat Algerien den Weg von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft eingeschlagen. Nach der weitgehenden Überwindung des islamistischen Terrors der 1990er Jahre führt die Regierung den Reformkurs fort. Der Handel ist bereits seit langem liberalisiert, Strukturreformen durch Privatisierung von Staatsbetrieben und Banken erweisen sich jedoch angesichts der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit als schwierig. Die Regierung bemüht sich, durch staatliche Unterstützungsprogramme, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen und die Landwirtschaft, den Privatsektor zu stärken und so die Entstehung von Arbeitsplätzen zu fördern. Die Arbeitslosenquote lag 2011 laut Angaben der nationalen Statistikbehörde bei 9,8%, was einen leichten Rückgang zum Vorjahreswert darstellt (2010: 10%). Die hohe Jugendarbeitslosigkeit bleibt Algeriens Stabilitätsrisiko Nr.1. Insgesamt sind über 20% der unter 20-jährigen arbeitslos (in Städten über 30%). Mehr als 75% aller Arbeitslosen sind jünger als 30 Jahre.

Algerien hat nach wie vor einen enormen Bedarf an Modernisierung seiner Infrastruktur. Während der ersten Amtszeit von Staatspräsident Bouteflika investierte der Staat rund. 30 Mrd. USD zur Entwicklung von Infrastruktur und Humanressourcen. Nach seiner Wiederwahl im April 2004 kündigte Bouteflika ein zweites Programm zur Wiederankurbelung der Wirtschaft in Höhe von 50 Mrd. US- Dollar, verteilt auf fünf Jahre, an. Die Summe wurde zwischenzeitlich mehrfach erhöht und beläuft sich, einschließlich zweier Regionalprogramme zur Entwicklung der sog. Hauts-Plateaux und des Südens auf nunmehr ca. 150 Mrd. US-Dollar. Zwischen 2010 und 2014 sollen erneut laut Ankündigungen des Präsidenten im Zuge seiner Wiederwahl im April 2009 weitere 150 Mrd. US-Dollar in die Modernisierung der Infrastruktur investiert werden.

Die Regierung hat zahlreiche große Projekte in Angriff genommen, u.a. die rund 1.200 km lange Ost-West-Autobahn, ein Schnellbahn- und Untergrundbahnnetz in Algier, die Rehabilitierung und den Ausbau des Eisenbahnnetzes, Kraftwerke, Staudämme und Meerwasserentsalzungsanlagen, die Erneuerung des gesamten Wasserleitungssystems, ein Programm des sozialen Wohnungsbaus mit rund 1 Million Neubauwohnungen sowie den Bau von 60 neuen Krankenhäusern. Der neue internationale Flughafen in Algier wurde nach langjähriger Bauzeit am 5. Juli 2006 in Betrieb genommen.

Der Großteil der ausländischen Direktinvestitionen wird nach wie vor im Energiesektor getätigt.

Die Statistik der wichtigsten Handelspartner spiegelt, neben den traditionell engen Handelsbeziehungen mit Europa, auch das wachsende Interesse außer europäischer Partner an Algerien wieder. Deutschland war im Jahr 2009 nach Frankreich, China, Italien und den USA  fünft wichtigster Lieferant für Algerien. Wichtigste Abnehmer für algerische Exporte (Erdöl, Erdgas und Raffinerieprodukte) waren im Jahr 2009 die USA und Italien. Als Energielieferland gewinnt Algerien zunehmend auch für Deutschland an Bedeutung.

Der Wechselkurs der nationalen Währung (algerische Dinar = DZD) liegt bei ca. 99,2 DZD für 1,- Euro (Juli 2012).

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppen

Algerien hat am 22. April 2002 ein Assoziierungsabkommen mit der EU geschlossen, das am 1. September 2005 in Kraft trat. Zu den Zielen des Abkommens gehört die Schaffung einer regionalen Freihandelszone durch den schrittweisen Abbau von Handelshemmnissen in einem Zeitraum von 12 bis 15 Jahren nach Inkrafttreten.

Algerien führt außerdem intensive Verhandlungen zur Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO. Es ist Mitglied im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).

Infos unter: 

1. Wirtschaftsdaten kompakt: Algerien
2. Wirtschaft

 

 

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