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Algerien verfolgt ehrgeizige Ziele im Infrastrukturbau

Tunis (gtai) – Im Rahmen des Fünfjahresplans 2010 bis 2014 plant Algerien umfangreiche Investitionsvorhaben im Bereich der Infrastruktur. Das Schienennetz wird erheblich ausgebaut. Zahlreiche Städte sollen eine Straßenbahn erhalten. Für den Bau einer rund 1.000 km langen Autobahn sind Ausgaben in Höhe von 10 Mrd. US$ vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionspläne liegt im Bereich der Wasserwirtschaft. Für ausländische Unternehmen bestehen Beteiligungschancen vor allem bei technisch aufwändigen Projekten.Verkehrswege werden ausgebaut / Wasserwirtschaft stellt die Planer vor Herausforderungen / Von Fausi Najjar

In Algerien sind für den Ausbau des Schienenverkehrs im Rahmen des Fünfjahresplans 2010 bis 2014 Investitionen in Höhe von rund 24,4 Mrd. Euro geplant. Zum bestehenden Netz sollen bis 2015 weitere 6.600 km hinzu kommen. Davon sind gegenwärtig 3.000 km im Bau, während die restlichen 3.600 noch in der Entwurfsphase sind. Transportminister Amar Tou kündigte im Sommer 2010 an, bis 2015 werde das algerische Schienennetz 10.500 km lang und komplett elektrifiziert sein.

Im Juli 2010 ist eine Eisenbahnlinie mit einer Länge von 700 km von der algerischen Küstenstadt Oran nach Bechar im Landesinneren in Betrieb gegangen. Jährlich werden auf dieser Linie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h rund 650.000 Passagiere und 700.000 t Waren (vor allem Erdölprodukte und Getreide) transportiert. Es gibt Pläne, die Verbindung für den Erztransport in den Südwesten des Landes zu erweitern und zwar bis in das rund 850 km von Bechar entfernte Gara Djebilet, bei Tindouf.

Die Siemens AG rüstet im Auftrag der algerischen Eisenbahnagentur ANESRIF die Strecke vom Industriestandort Senia und zur Hafenstadt Arzew mit Signaltechnik aus. Der Auftragswert beträgt rund 27 Mio. Euro.

Schienennahverkehr

Bis 2014 werden – offiziellen Angaben zufolge – 14 Städte in Algerien eine Straßenbahn erhalten. Angesichts einer notorisch schwerfälligen Bürokratie bei der Umsetzung von Projekten ist diese Zielmarke aber unrealistisch. Die Ankündigung kann jedoch als Richtungsweiser dienen. Im Bau ist derzeit eine Straßenbahnlinie im Ostteil der Hauptstadt Algier und in den Städten Oran und Constantine. Das Netz in der Küstenstadt Oran (860.000 Einwohner) soll insgesamt 32 Haltestellen bekommen und 18 km lang werden. In Constantine (450.000 Einwohner) ist eine 8 km lange Stecke im Bau, die elf Haltestellen umfasst. Konkrete Planungen für den Bau von Straßenbahnlinien gibt es außerdem für die Städte Sidi Bel Abbes, Mostaganem, Ouargla, Sétif und Batna.

Beim Bau der Metro für Algier kommt es immer wieder zu Verzögerungen: Die ersten 9,5 km der U-Bahnstrecke in Algier sollen, so das Transportministerium, Anfang 2011 in Betrieb gehen. Derzeit erwarten einige Beobachter eine Inbetriebnahme erst für 2012. Weitere Metro-Abschnitte sind aber schon in Angriff genommen worden: Die Cosider-Dywidag – ein algerisch-deutsches Konsortium – hat den Zuschlag für einen Teil (2,5 km) der Erweiterungsstrecke erhalten. Dies ist der zweite Streckenabschnitt, an dem Dywidag beteiligt ist. Bis 2020 – so die offiziellen Angaben – soll die Metro Algier 40 km lang sein. Auch für Oran ist eine Metro geplant. Die Enterprise Metro d`Alger (EMA) hat die Planung der ersten Metro Linie in Oran ausgeschrieben. Die Metrolinie soll 2014 in Betrieb gehen.

Straßenbau

Nach dem Willen des algerischen Ministers für öffentliche Bauvorhaben Amar Ghoul werden 2011 insgesamt 15 neue Straßenbauprojekte im Wert von rund 30 Mrd. Algerischen Dinar (DA; rund 300 Mio. Euro; 1 Euro = rund 100 DA) in Angriff genommen. Alle Projekte werden in Algier beziehungsweise im Gouvernerat der Hauptstadt erfolgen, um die vorhandenen Staus zu reduzieren, so Ghoul Anfang Januar 2011.

Zu den Straßenbauprojekten der Hauptstadt Algier zählen vor allem Zubringerstraßen zu den gebauten Umgehungsautobahnen, so auch ein zwei Kilometer langer Viadukt, der die Vororte Baraki und Qued Ouchaya verbindet. Geplant sind ebenso die Verbreiterungen bestehender Strecken und Straßenunterführungen, darunter eine 1-km-lange Verbindung. Die Bauvorhaben sind Teil des Investitionsplans 2010 bis 2014. Dieser sieht Ausgaben in Höhe von 156 Mrd. US$ vor. Der größte Teil davon geht in den Ausbau der Infrastruktur, den staatlichen Wohnungsbau und weiteren Baumaßnahmen. Zu den geplanten Investitionen aus dem gegenwärtigen Fünfjahresplan kommen – mit einem Volumen von mehr als 100 Mrd. US Dollar – Projekte aus dem Investitionsplan 2005-2009 hinzu, die noch nicht abgeschlossen sind.

Das größte Straßenbauprojekt in Algerien ist die küstennahe, 1.216 km lange Ost-West-Autobahn, deren Bauabschluss nach mehrmaligen Verschiebungen im ersten Quartal 2011 erwartet wird. Im Bau sind noch einige Tunnels, hier insbesondere der 2,5 km lange Tunnel zwischen den Städten Constantine und Skikda. Rund 90 bis 120 km von der Mittelmeerküste entfernt hat die Regierung den Bau einer weiteren Autobahnstrecke (Rocade des Hauts Plateau) angekündigt. Sie verbindet die Städte Tebessa mit Batna (220km), Batna mit Tiaret (495 km) und Tiaret mit al Aricha (305 km). Das Investitionsvolumen ist mit rund 10 Mrd. US$ veranschlagt.

Rund 90 bis 120 km von der Mittelmeerküste entfernt hat die Regierung den Bau einer weiteren Autobahnstrecke (Rocade des Hauts Plateau) angekündigt. Sie verbindet die Städte Tebessa mit Batna (220 km), Batna mit Tiaret (495 km) und Tiaret mit al Aricha (305 km). Das Investitionsvolumen ist auf rund 10 Mrd. US$ ausgelegt. Die Rocade des Hauts Plateau ist in der Entwurfsphase. Zuständige Behörde ist die Agence Nationale des Autoroutes (ANA).

See- und Flughäfen

Im Rahmen des Fünfjahresplans 2010 bis 2014 erhält Algerien vier neue Fischereihäfen. Sechs Projekte beinhalten die Modernisierung bestehender Fischereihäfen. Außerdem sind Baggerarbeiten gegen Versandung und Maßnahmen zum Küstenschutz vorgesehen. Der Fünfjahresplan sieht zudem die Erweiterung des Containerterminals in Oran vor. Laut Plan wird der Terminal bis 2014 um 54 ha erweitert und eine Gesamtkapazität von 1 Mio. TEU erreichen. Hinzu kommt der Bau eines neuen Kais. Die Investitionen für den Ausbau des Hafens belaufen sich auf rund 147 Mio. US$.

Zu den Maßnahmen im maritimen Bereich kommen Modernisierungsvorhaben bei den Flughäfen Oran, Timmimoun, Béchar, Tiaret, Illizi, In Amenas, Tébessa, Algier, Jijel und El Goléa. In Algerien gibt es zwölf internationale und 14 regionale Flughäfen.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in Algerien ist mangelhaft. Eine kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung ist in weiten Teilen des Landes nicht gewährleistet. Neben der angestrebten Steigerung des Wasserangebots ist die Erneuerung und Verbesserung der Wasserversorgungsnetze lange Zeit vernachlässigt worden. Sich aus dem schlechten Zustand ergebende hohe Sickerverluste sind keine Seltenheit. Europäische Entwicklungsagenturen, einschließlich der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), beraten die algerische Regierung bei der Umsetzung eines nationalen Wasserplans mit dem Ziel, ein nachhaltiges Wassermanagement zu schaffen.

Im Investitionsplan 2010 bis 2015 nehmen Wasserversorgung und -entsorgung sowie Bewässerungsprojekte einen zentralen Stellenwert ein. Der Fünfjahresplan hat zum Ziel, in zunehmendem Maße eine tägliche Trinkwasserversorgung für die Haushalte zu gewährleisten. Es gibt auch Pläne die landwirtschaftliche Bewässerung auszubauen: Die bewässerten Flächen sollen von 914.000 ha im Jahr 2009 auf 1,2 Mio. ha bis 2014 steigen.

Für 2014 ist ein jährliches Trinkwasservolumen von 3,6 Mrd. cbm im Jahr avisiert. Im Jahr 2009 lag das verfügbare Trinkwasservolumen bei 2,75 Mrd. cbm. Insgesamt plant die algerische Regierung das Netz für die Trinkwasserversorgung von gegenwärtig rund 90.000 km bis 2014 auf 105.000 km zu erweitern. Bei den Haushaltsabwässern sollen rund 5.000 km Leitung hinzukommen.

Gegenwärtig arbeitet Algerien an der Verbesserung der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung von algerischen Großstädten. Angelaufen ist zudem ein nationales Programm für die Sanierung der Trinkwasserversorgung in 37 Ortschaften. Der Fünfjahresplan sieht darüber hinaus den Bau von 44 neuen Kläranlagen und 42 Abwasserteichen zur biologischen Aufbereitung vor.

Staudämme und Wassertransfersysteme

Für die Entwicklung der sich seit Jahren verschlechternden Wasserversorgung setzt Algerien in hohem Maße auf den Bau neuer Staudämme. Im Fünfjahresplan ist der Bau von 35 Staudämmen angekündigt, wodurch sich die Zahl der bestehenden Talsperren auf 104 erhöhen würde. Die Zahl der Rückhaltebecken für Regenwasser erhöht sich staatlichen Angaben zufolge von 407 auf 581.

Gegenwärtig sind vier neue Staudämme im Bau: Béni Slimane, Z’Hor, Saklafa und Soubella. Bei dem Staudamm Souk Tléta ist der Bauauftrag vergeben, während drei weitere bald (Djdiouia und Oued That und Oued Djedra) ausgeschrieben werden, so die zuständige Behörde Agence Nationale des Barrages et Transfert (ANBT) auf Anfrage von Germany Trade and Invest.

Weiterhin groß ist Bedarf bei der Instandsetzung und -haltung der bestehenden Staudämme. Die insgesamt 57 größeren Staudämme des Landes sind auf ein Fassungsvermögen von insgesamt rund 6,8 Mrd. cbm ausgelegt. Die Menge des verfügbaren Wassers ist aber aufgrund von Versandung, Sickerverlusten und Verdunstung weitaus geringer. Fachleute berichten über eine jährlich fallende Rückhaltekapazität aufgrund der mangelhaften Bausubstanz.

Große Marktchancen bieten auch Projekte zur Versorgung mit fossilem oder regenerativem Grundwasser sowie von Oberflächenwasser. Geplant ist, das Wasserversorgungssystem um den Staudamm Béni Haroun (unter anderem Versorgung von Constantine) durch die Integration von fünf weiteren Staudämmen zu erweitern. Im Bau ist ein Wassertransfer nach Les Hautes Plaines Sétifiennes, der den Bau von drei Staudämmen umfasst.

In dem für die algerische Regierung zentralen Projekt Réseau de Collecte sollen aus einem großen Aquifer in der Nähe der Ortschaft In Salah aus der Sahara täglich 50.000 cbm Wasser in die 750 km entfernte Oasenstadt Tamanrasset transportiert werden. Bis 2030 ist eine Verdreifachung auf 150.000 Kubikmeter geplant. Im April 2010 hat die schweizerische ABB einen Auftrag in Höhe von 28 Mio. US für die Lieferung von Energie- und Automationslösungen beim Wassertransport nach Tamanrasset erhalten. Auftraggeber ist die Wasserversorgungsgesellschaft Algérienne des Eaux (ADE), die dem algerischen Wasserministerium untersteht.

Entsalzungsanlagen

Die algerische Regierung setzt neben der Grundwassererschließung (fossil und regenerativ) und dem Bau von Staudämmen auf die Meerwasserentsalzung. Hier sind vor allem in den Jahren 2007 und 2008 Aufträge für Entsalzungsanlagen vergeben worden. Laut Global Water Intelligence liegen die Entsalzungskapazitäten mit ausländischer Beteiligung bei 2,6 Mio. cbm pro Tag. Mit Fertigstellung der laufenden Projekte werden es rund 4,6 Mio. cbm pro Tag.

Mit den hohen Investitionen in Entsalzungsanlagen zählte Algerien in den letzten fünf Jahren zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der Branche. In den Jahren 2011 und 2012 wird sich der algerische Staat mit neuen Investitionen zurückhalten, so Christopher Gasson von Desalination Markets. Ab 2013 sei aber damit zu rechnen, dass die Investitionen in die zweite Generation von Großanlagen wieder anziehen. Zu den dann anstehenden Entsalzungsprojekten zählen Anlagen in Ain Salah, Bejaia, El Qued, Jijel und Tindouf.

Wichtige Entsalzungsanlagen (im Bau)
Projekt Entwickler in Mio. US$
Tenes Befesa – Algerian Energy Company 300
Mactaa Algerian Energy Company (AEC) 500
Oued Sebt Algerian Energy Company (AEC) 115
Geida – Beni Saf Geida – Algerian Energy Co. JV 200
Geida – Tlemcen Geida – Algerian Energy Co. JV 220
Mostaganem Aqualia – Inima – Algerian Energy Company JV 210
Cap Djinet Aqualia – Inima – Algerian Energy Company JV 150
Almiyah Attlemcania – Tlemcen Almiyah Attlemcani 251
Fouka Myah Tipaza 200

Quelle: ProLeads, 8.10.10

Bau von Kraftwerken

Am 25. Januar 2010 berichtet die staatsnahe Zeitung El Moujahid, dass bis 2018 rund 10 neue Kraftwerke gebaut werden sollen. Ähnliches hat das Staatliche Gas- und Elektrizitätsunternehmen Sonelgaz schon Ende September 2010 verkündet und mit der Abgabefrist Ende November 2010, den Bau von vier Kraftwerken ausgeschrieben. Zwar sind die Ausschreibungen erfolgt, es wurden keine Großaufträge vergeben, sondern, es sind erneute Ausschreibungen erfolgt. Wiederholte Ausschreibungen sind nicht untypisch für Algerien, sprechen aber nicht für einen mangelnden Bedarf an neuen Kraftwerken, sondern eher für die langwierige Entscheidungsfindungsprozesse. Jährlich wächst der Strombedarf algerischer Haushalte um 5%, so M. Abdelali Bedache, Geschäftsführer der Sektion für die Elektrizitätsversorgung bei der Sonalgaz. Die Stromnachfrage im gewerblichen Sektor um „schwache“ 3,6%, so Bedache weiter. Grund hierfür dürften die in der Schwerindustrie liegen gebliebenen Projekte sein.

Bis 2015 will die Sonelgaz jedenfalls 5.000 MW und bis 2020 zusätzliche 4.500 MW in Betrieb nehmen Damit würde sich das derzeitige Produktionsvolumen von 11.325 MW auf mehr als 20.000 MW erhöhen. Beim Bau neuer Kraftwerke setzt die Sonelgaz auf Gasturbinenkraftwerke (combined cycle gas turbine). Für die Erweiterung des Stromnetzes plant die Sonalgaz bis 2020 Investitionen von rund 11,3 Mrd. US$. Bei Realisierung der Vorhaben wird das Stromnetz 44.285 km lang sein (gegenwärtig sind es 10.501 km).

Kraftwerksprojekte in Algerien

Projektname Region / Stadt Gesellschafter Budget 1) Projektstatus Anmerkungen
EMAL – Beni Saf Power Plant Tlemcen / Beni Saf Sonatrach 2000 Auf Halt gesetzt Kapazität. 2000 MW, als Joint Venture zwischen Sonatrach und Investoren aus den VAE geplant (Mubadala und Dubal) für die Aluminiumproduktion geplant.
Ain Djasser Kraftwerk Batna Sonelgaz 300 Erneute Ausschreibung Kapazität: 250 – 300 MW
F`Kirina Kraftwerk Mila / Ain Beida Harriche Sonelgaz 300 Erneute Ausschreibung Kapazität: 250 – 300 MW
Dezentrale Dieselkraftwerke Illizi und Tamanghasset Societe Algerienne de Production de l`Electricite – 200 EPC Ausschreibung Paket (1) : 4 x 4 MW in DjanetPaket (2): 6 x 8 MW in Provinz TindoufPaket (3): 5 x 8 MW in Provinz Tamanrasset
Kraftwerk in Messerghine Oran / Sonelgaz 250 geplant 2 x 200 MW / Das Projekt war schon einmal (Juli 2010) ausgeschrieben
Hybridkraftwerk in Meghayer (ISCC) El Oued Province / Meghayer New Energie Algeria mit privatem Betreiber 300 Auf Halt gesetzt insgesamt 500 MW; 75 MW davon Solarthermie

Schätzwerte

Quelle: MEED, Januar 2011

Chancen für deutsche Unternehmen

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleiben die Marktaussichten für die Bauwirtschaft im Jahr 2011 angesichts der hohen Investitionen des Staates positiv. Dabei gilt: je technisch komplexer das Bauvorhaben, desto größer die Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen. Die sich über den gesamten Norden Algeriens erstreckende Berglandschaft erfordert einen besonders aufwändigen Tunnel- und Brückenbau. Der Bau der U-Bahn in Algier etwa gilt wegen der geophysikalischen Begebenheiten und hohen Siedlungsdichte als große bautechnische Herausforderung. In Algerien ist ein enormes Potenzial für wasserbautechnisch anspruchsvolle Vorhaben, wie Staudämme, Überschwemmungsschutz oder Pumpwerke für den Wassertransfer gegeben. Deutsche Technologien sind zudem in der Schienen- und Gleistechnik führend.

Zu den Hindernissen in Algerien gehören eine fehlende Transparenz bei größeren Ausschreibungen und die teilweise sehr langen Bearbeitungszeiten, insbesondere auf Ministeriumsebene. Die Zahlungsmodalitäten sind kompliziert, langwierig und von hohem Bürokratieaufwand gekennzeichnet. Einigen Beobachtern zufolge, halten sich jedoch die Zahlungsausfälle in Grenzen.

Im Korruptionswahrnehmungs-Index (Corruption Perception Index) rangiert Algerien im schlechten Mittelfeld. Auch im algerischen Kontext gilt: Korruption erhöht das Geschäftsrisiko erheblich und ist nicht nur strafbar, sondern in aller Regel kontraproduktiv. Ratsam ist eine strikte Anti-Korruptionspolitik. Nicht zuletzt sollten sich Geschäftsführer für ihr Algerienengagement vorab die notwendige Rückendeckung etwa von Vorstandsseite einholen. Es ist nämlich durchaus üblich, dass algerische Minister bei auftretenden Schwierigkeiten mit der obersten Führungsebene das persönliche Gespräch zu führen wünschen. Grundsätzliche Gespräche müssen in Algerien tendenziell Sache des Vorstands sein.

(F.N.)

Dieser Artikel ist relevant für:

AlgerienVerkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Eisenbahnbau, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Kraftwerksbau, Flughafenbau, Wasser-, Hafenbau, Wasserversorgung, -gewinnung, Bewässerung, Abwasserentsorgung

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