Die Geschichte

Die Geschichte

Algerien ist das alte Numidien, das im Altertum zeitweise zum Reich der Karthager gehörte und dann römische Provinz wurde.

429-534 gehörte die Küste zum Wandalenreich. Den dann folgenden Byzantinern entrissen 670-690 die Araber das Land.

Vom 11. bis 13. Jahrhundert gehörte Algerien zum Reich der Almoraviden und Almohaden. Algerien zerfiel in unabhängige Stammesgebiete; die Küstenstädte betrieben Seeraub.

Um der Seeräuberplage Herr zu werden, besetzten die Spanier 1509 Oran, 1510 Algier u. a. Städte. Cheir ed-Din Barbarossa unterstellte Algerien 1519 der türkischen Oberhoheit, die es durch die Deis regieren ließen. Erst 1708 wurden die Spanier von Dei Ibrahim aus dem ganzen Land vertrieben.

1830 landete ein französisches Heer bei Algier. Im Westen Algeriens gründete darauf Abd Al Kader ein neues islamisches Staatswesen, das einen Teil der Stämme einte und dessen Autonomie von den Franzosen zunächst anerkannt wurde. 1847 jedoch musste Abd Al Kader sich ergeben. Die Franzosen eroberten das ganze Land und drangen allmählich nach Süden in die Sahara vor. Unter Napoleon III. versuchten sie, Algerien als ein eigenständiges „Arabisches Königreich“ zu verwalten. Nach der Niederwerfung eines Kabylen-Aufstands 1871 wurden weite Landflächen enteignet und mit Europäern besiedelt. Diese forderten den Anschluss Algeriens an das französische Mutterland und verweigerten den islamischen Algeriern die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung. Am 26. 8. 1881 ordnete ein Dekret die Eingliederung der algerischen Verwaltung in die französische an.

Um 1900 eroberte Frankreich auch die Sahara vollständig. In Nord-Algerien entwickelten die Europäer eine moderne Wirtschaft, u. a. auf der Grundlage des Weinbaus, jedoch verarmten die Massen der Landbevölkerung immer mehr.

1912 führte Frankreich die Wehrpflicht auch für Moslems ein, im 1. Weltkrieg kämpften bereits zahlreiche Algerier im französischen Heer. Nach 1919 erwarteten viele Algerier politische Reformen, die ihnen eine Aufnahme in die französische Nation erleichtern würden. Als die europäischen Siedler solche Assimilations-Maßnahmen verhinderten, formierten sich in Algerien die ersten nationalistischen Gruppen, insbesondere die traditionsbewussten Ulemas (1930) und unter den algerischen Arbeitern in Frankreich der „Nordafrikanische Stern“(ENA), der die volle Unabhängigkeit Algeriens forderte. Frankreich unterdrückte den algerischen Nationalismus.

1942 landeten amerikanische und britische Truppen in Algerien, worauf de Gaulle die Führung des „Freien Frankreich“ übernahm.

1943 forderte Ferhat Abbas begrenzte Selbstregierung. Darauf ließ sich de Gaulle nicht ein. Stattdessen versprach er im Gesetz vom 7. 3. 1944 den Moslems das volle französische Bürgerrecht. Die IV. Republik erfüllte diese Hoffnung aber nicht.

Am 1. 11. 1954 begann im Aurasgebirge der Aufstand der Nationalen Befreiungsfront (FLN) und ihrer Armee (ALN). Ihre politische Spitze wurde 1958 in Tunis zur Provisorischen Regierung der Algerischen Republik (GPRA) proklamiert; Ferhat Abbas übernahm das Amt des Ministerpräsidenten im Exil. Frankreich versuchte den Aufstand zunächst brutal niederzuschlagen „Schlacht um Algier“1957), jedoch blieb die FLN im Untergrund bestimmend für das algerische Volk. Am 13. 5. 1958 brachten die europäischen Siedler und französischen Offiziere durch Putschdrohung die IV. Republik zum Scheitern, dadurch kam de Gaulle wieder an die Macht. Dieser bot Algerien am 16. 9. 1959 die Selbstbestimmung an und leitete Verhandlungen mit der FLN ein.

Am 18. 3. 1962 kam in Evian der Waffenstillstand zustande, Putschversuche der radikalen „Geheim-Armee“ (OAS) der europäischen Siedler wurden unterdrückt.

Am 3. 7. 1962 wurde die unabhängige Republik Algerien ausgerufen. Die FLN übernahm als Einheitspartei die Führung des neuen Staates, Ahmed Ben Bella leitete als Staatschef eine „sozialistische“ Politik unter Hinwendung zur Sowjetunion ein, ohne jedoch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich aufzukündigen.

Am 19. 6. 1965 stürzte der Armeechef Houari Boumedienne Ben Bella und übernahm selbst die Regierung. Seit Mitte der 1970er Jahre entwickelten sich erhebliche Spannungen mit Marokko in der Westsahara-Frage.

Nach dem Tode Boumediennes wurde 1979 Bendjedid Chadli Präsident. Innenpolitisch sah er sich in den 1980er Jahren mit dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus konfrontiert. 1989 trat eine neue Verfassung in Kraft. Nach dem Sieg der Islamischen Heilsfront bei den Parlamentswahlen 1991 trat Chadli zurück. Ein vom Militär beherrschter Oberster Staatsrat verbot die Heilsfront, die nun das Regime mit Terrorakten aus dem Untergrund bekämpfte.

Der Staatsratsvorsitzende M. Boudiaf fiel 1992 einem Attentat zum Opfer. Nachfolger wurde A. Kafi. Im Januar 1994 endete die Amtszeit des Staatsrats. General L. Zeroual wurde zum neuen Staatspräsidenten berufen (1995 durch Direktwahl im Amt bestätigt). Inzwischen eskalierten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Regime und den Islamisten (bis 2000 über 80 000 Tote). In einem Referendum billigte die Bevölkerung 1996 eine Verfassungsreform, auf deren Grundlage im Juni 1997 Parlamentswahlen stattfanden, die von der neu gegründeten Nationaldemokratischen Sammlungsbewegung (RND) gewonnen wurden. Eine Stabilisierung der innenpolitischen Lage wurde damit allerdings nicht erreicht. Im September 1998 verkündete Zeroual seinen Rücktritt vom Amt des Staatschefs.

Aus vorgezogenen Präsidentschaftswahlen ging im April 1999 Abdulaziz Bouteflika, der von der RND unterstützt wurde, als Sieger hervor, nachdem die anderen sechs Bewerber wegen angeblicher Wahlfälschung ihre Kandidatur zurückgezogen hatten.

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