Industriestandort Annaba

Annaba Algeriens historische Hafenstadt. Manche nennen Annaba wegen der Allgegenwart der kleinen roten Früchte auch die Stadt der Datteln. Doch die Stadt am nordwestlichen Ende Algeriens kann nicht nur mit reichlich natürlichen Rohstoffen aufwarten, sondern auch mit bedeutenden Ausgrabungsstätten und wichtigen Industrien. Mit 250 000 Einwohnern ist Annaba die viertgrößte Stadt des Landes nach Algier, Oran und Constantine und doch recht überschaubar. Trotzdem hat sie es geschafft, ein Zentrum für Industrie und Handel zu werden und einen bedeutenden Hafen zu betreiben. Gegründet wurde Annaba im siebten Jahrhundert in der Nähe der Ruinen der alten Römer-Stadt Hippo. Doch es gibt klare Belege dafür, dass die Stadt auf den Resten frühester menschlicher Siedlungen erbaut ist: Archäologische Fundstätten lassen ein Alter von 100 000 Jahren erkennen.

Annaba war zunächst ein wichtiges Zentrum für das frühe Christentum, wurde dann aber von muslimischen Kräften übernommen und später zu einer Hafenstadt umgewandelt. Durch seine ideale Lage an der Mittelmeerküste mit gutem Zugang zu Italien, Spanien und Frankreich ist Annaba bis heute eine wichtige Han- delsregion.

Über den Hafen verlassen die meisten Feststoffexporte das Land, darunter Eisen, Zink oder Stahl. Letzterer bildet zugleich den wichtigstes Industriezweig der Stadt: Sie bietet 7000 Arbeitsplätze bei El Hadjar, dem von der Sowjetunion und Fran- kreich finanzierten größten Stahlwerk Afrikas in weniger als zehn Kilometern Entfernung von der Innenstadt. Weitere bedeutende Industriezweige der Region sind Chemie, Lebensmittel-Konserven und Schienenbau.

Daneben hat die Stadt ein lebhaftes Nachtleben und weiße Sandstrände für Touristen anzubieten, die meist aus Italien oder Frankreich kommen. Eine interessante Sehenswürdigkeit ist die majestätische weiße Kathedrale St. Augustine, die sich über dem südlichen Horizont Annabas erhebt.

Verkehr

Annaba ist über die Nationalstraße 44 mit Tunis, Constantine und Algier verbunden, die auch ein Teilstück der Trans-African Highways bzw. des Kairo-Dakar-Highway bildet.

Die N 16 stellt die Verbindung zu den südlichen Orten her. Von dem unmittelbar neben dem Hafen liegenden Bahnhof fahren Züge nach Algier, Constantine und Biskra sowie nach Tunesien.

Der Hafen gehört zu den zehn wichtigsten Häfen Algeriens. Ro/Ro-Fähren fahren regelmäßig nach Marseille. Der Flughafen Annaba liegt 9 km südöstlich der Stadt. Neben algerischen Zielen gibt es Flüge nach Paris-OrlyLyon und Marseille. Die Seilbahn Annaba verbindet den westlichen Stadtrand mit dem in 850 m Höhe auf dem Djebel Edough gelegenen Ort Seraïdi, das sonst nur über eine 13 km lange kurvige Bergstraße erreichbar ist.

Söhne und Töchter der Stadt

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