Industriestandort Constantine

Constantine Stadt der Brücken. Die malerische Stadt Constantine wurde über einer Schlucht erbaut.  – kein Wunder also, dass sie voller Brücken ist und auch „Stadt der Brücken“ genannt wird. Gelegen am Ufer des Flusses Rhumel in etwa 80 Kilometern Entfernung zur Mittelmeerküste, ist Constantine nach Algier und Oran die drittgrößte Stadt Algeriens. Sie gilt als Hauptstadt des östlichen Landesteils und hat vor allem für die Landwirtschaft große Bedeutung.

Constantine besteht aus zwei Teilen, die von Nordosten nach Südwesten von der Rue Didouche Mourad, einer wichtigen Verkehrsader, getrennt sind. Den westlichen Teil bildet das historische Zentrum, eine Kasbah. Zu erkennen sind hier römische Einflüsse ebenso wie islamische, in den baumbeschatteten und gut organisierten Straßen aus der Zeit der Franzosen spielt sich der Hauptteil der geschäftlichen Aktivität der Stadt ab. Die südöstliche Seite dagegen ist eindeutig von muslimischer Architektur geprägt. Für traditionelle Gewerke und neuere Geschäfte gibt es hier jeweils eigene, chaotische Straßen. Neben den Kleingeschäften im südlichen Bereich hat Constantine mit seinen fast einer halben Million Einwohnern auch eine industrielle Seite: In Fabriken entstehen Traktoren und Dieselmotoren, außerdem werden Lederwaren, Wollstoffe und Leinen hauptsächlich für Algerien und Tunesien produziert.

Zudem spielt die Stadt eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft, denn in ihr laufen viele Schienenwege aus den umliegenden Agrar-Regionen zusammen. Dies hat sie zum Zentrum für Getreidehandel werden lassen; auf der intellektuellen Seite kann sie mit der 1969 gegründeten Université Mentouri de Constantine aufwarten. Und Constantine hat noch einen weiteren Anspruch auf Berühmtheit: 1880 gelang es hier dem Militärarzt und späteren Nobelpreis-Träger Charles Louis Alphonse Laveran, erstmals die Erreger für Malaria zu isolieren und zu beschreiben.

Logistik: Als Verkehrsknotenpunkt ist Constantine über Nationalstraßen mit der Hauptstadt Algier und den Hafenstädten JijelSkikda und Annaba verbunden. Nationalstraßen führen nach Tunesien und über Biskra in die Sahara. Flughafen von Constantine Aéroport Mohamed Boudiaf liegt etwa 9 km südlich der Stadt. Er hat außer algerischen Zielen auch Verbindungen zu verschiedenen französischen Orten und nach Genf. Constantine hat Eisenbahnverbindungen nach Algier, Tebessa, M’Sila, Skikda und Jijel. Die Autoroute Est-Ouest (Ost-West-Autobahn) führt im großen Bogen östlich und südlich um Constantine herum und am Flughafen vorbei. Seit 2008 hat Constantine die Téléphérique de Constantine, eine innerstädtische Gondelbahn, die zwischen der Altstadt, dem Klinikviertel auf der gegenüberliegenden Seite des Oued Rhumel und einem gut 1 km entfernten Stadtviertel verkehrt.

Stadt der Brücken

Die Lage der Altstadt an der Schlucht des Rhumel erforderte den Bau einer Reihe von Brücken.

  • Pont Sidi Rached, ein 447 m langes Viadukt mit einer Bogenbrücke, die in den Jahren 1908–1912 von dem französischen Ingenieur Paul Séjourné errichtet wurde. Ihre gemauerten Steinbögen mit einer Spannweite von 68 m tragen eine Platte aus Stahlbeton. Die lichte Höhe beträgt 103 m.

  • Pont du Diable (Teufelsbrücke), eine kleine, fast unmittelbar unter dem Pont Sidi Rached gelegene Bogenbrücke für Fußgänger.

  • Passerelle Perregaux / Mellah Slimane, eine Fußgänger-Hängebrücke.

  • Pont d’El Kantara, eine Segmentbogenbrücke aus Beton mit 128 m Spannweite und einer lichten Höhe von 125 m, die eine Eisenbrücke aus dem jahre 1863 ersetzte.

  • Pont Sidi M’Cid, eine ebenfalls 1912 eröffnete Hängebrücke mit einer Spannweite von 160 m und einer lichten Höhe von 175 m, die damit die höchste Brücke der Welt war bis zur Eröffnung der Royal Gorge Bridge, Colorado, USA im Jahre 1929.
  • Pont des chutes / Pont de Winet el Foul (Wasserfallbrücke), eine 1925 gebaute Bogenbrücke über die Wasserfälle am Ausgang der Schlucht.

Etwa 600 m oberhalb der Pont Sidi Rached und außerhalb der Altstadt entsteht das Viaduc Trans-Rhumel Constantine, eine vierspurige Schrägseilbrücke, die 2014 eröffnet werden soll.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Constantine sind:

  • Gustave Mercier Museum
  • Ben-Badis-Moschee
  • Kasbah (Altstadt)
  • Islamische Emir Abdel Kader Universität (Université des sciences islamiques „Émir Abd El Kader“)
  • Djamma El Kebir-Moschee
  • Soumma Mausoleum
  • Ahmed Bey-Palast
  • Ruinen des römischen Aquäduktes
  • Statue des römischen Kaisers Konstantin
  • Die Universität Université Mentouri de Constantine (UMC), nach dem Plan von Oscar Niemeyer

Städtepartnerschaften

Constantine besitzt mit folgenden Städten Partnerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt

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