Investitionen

Der algerische Fünfjahresplan für die Jahre 2010 bis 2014 sieht Investitionen in Höhe von 156 Mrd. US$ vor. Der größte Teil davon geht in den Ausbau der Infrastruktur, den staatlichen Woh- nungsbau und in weitere Baumaßnahmen. Zu den geplanten Investitionen aus dem Fünfjahres- plan kommen rund 130 Mrd. US$ für Großprojekte hinzu, die noch nicht abgeschlossen sind. Bei letzteren handelt es sich um Vorhaben zum Ausbau des Eisenbahnnetzes und um Projekte im Wassersektor. Auch wenn das avisierte Geld in der Regel nur teilweise abfließt und Projekte sich verzögern, so ist für 2012 mit einer anhaltend hohen Ausgabenpolitik des algerischen Staates zu rechnen.

Protektionistische und staatsdirigistische Maßnahmen haben seit 2009 in Algerien zugenommen. Infolgedessen sind die ausländischen Direktinvestitionen von 2009 auf 2010 von 3,074 Mrd. Euro auf 805 Mio. Euro zurückgegangen. Im Rahmen von Minderheitsbeteiligungen bietet aber der algerische Binnenmarkt durchaus Marktpotenziale mit hohen Gewinnmargen. Aus diesem Grund (und vor dem Hintergrund der Bemühungen der algerischen Regierung) ist 2012 und 2013 ein stärkeres Engagement ausländischer Unternehmen bei Industrieinvestitionen zu erwarten. Im Öl- und Gassektor kann auch die zu erwartende Modifizierung der Besteuerung für mehr Investitionen sorgen.

Am 22.3.11 hat die Daimler AG mit dem algerischen Staat und der Aabar Investments PJS (Staats- fonds aus Abu Dhabi; VAE) eine Absichtserklärung zur Montage von Lkw und Bussen unterzeich- net. Algerische Regierungsstellen betonen immer wieder mit ausländischen Partnern (etwa Peugeot oder VW) Kfz in Algerien bauen zu wollen. Die Realisierung von Industrieprojekten gestal- tet sich aber in dem Land zäh. Der deutsche Anlagenbauer Centrotherm hat Anfang Februar 2011 den Zuschlag für den Bau einer Solarmodulfabrik in der circa 50 km östlich von Algier gelegenen Stadt Rouiba erhalten. Für das Werk im Wert von knapp 300 Mio. Euro ist eine Jahreskapazität für Photovoltaikzellen von bis zu 120 MW geplant.

Wichtiger Markt für Konsumgüter. Algerien bildet mit rund 35 Mio. Einwohnern einen in der Region wichtigen Exportmarkt für Konsumgüter, zumal eine stetige Verbesserung des Pro-Kopf-Einkommens zu erwarten ist und haltbare Konsumgüter überwiegend importiert werden. Weil der Verbrauch haltbarer Konsum- güter größtenteils durch Einfuhren gedeckt wird, versucht die algerische Regierung Importe zu drosseln. Steigende Einkommen insbesondere bei Staatsbeschäftigten werden jedoch die Import- nachfrage weiter stützen. Im Jahr 2010 lag das algerische Pro-Kopf-Einkommen nach internatio- naler Kaufkraftparität laut Weltbank bei 8.384 US$ (Weltdurchschnitt: 11.085 US$).

Quelle GTAI

Weitere Infos:

1. große_Bauprojekte_in_Algerien
2. Algerien_Handels-_und_Investitionshemmniss 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s