Schwerindustrie

Algerien verfügt mit erheblichen Gasreserven, einer guten Finanzausstattung für kapitalintensive Großprojekte und der geographischer Nähe zu den westeuropäischen Märkten über sehr günstige Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Petrochemie-Standort. Auf der Hand liegen eben- falls die Wettbewerbsvorteile des Landes bei der Raffinerie von Erdöl oder bei der energieintensi- ven Stahl- und Aluminiumproduktion. Auch der Bergbau bietet in den Bereichen Zink und Phosphat großes Potenzial.

Die Pläne, die Schwerindustrie in Algerien zu modernisieren und auszubauen sind hinter den An- kündigungen der letzten Jahre zurückgeblieben. Eine Reihe von Großprojekten, insbesondere des staatlichen Energiekonzerns Sonatrach, sind gestrichen oder (möglicherweise vorläufig) auf Halt gesetzt. Die Chancen, dass das staatliche Erdölunternehmen Sonatrach in Zukunft wieder verstärkt in die Petrochemie oder Raffinierung investiert, haben sich jedoch verbessert.

Gegenwärtig läuft die Modernisierung dreier Raffinerien in Skikda, Arzew und Algier. Für die kom- menden Jahre plant Sonatrach die Raffineriekapazitäten von 26 Mio. t auf 44 Mio. t nahezu zu ver- doppeln, so der Geschäftsführer Abdelhamid Zerguine Ende Februar 2012. Hierzu sollen vier neue Raffinerien gebaut werden. Interne Studien seien schon in Arbeit. Ebenso wird, nach Zerguine, ein großes Programm aus sechs oder sieben Projekten aufgestellt, um die Petrochemie des Landes zu entwickeln.

Investitionen von Qatar Industries in Stahlwerk. Qatar Industries plant in Algerien rund 400 Mio. US$ in ein Stahlwerk zu investieren, so die Firma Mitte Februar. Die Produktionsanlage, bei der sich Qatar Industries mit einem Anteil von 24% beteiligen wird, würde eine Jahresproduktion von 4,8 Mio. t aufweisen und 2016 in Betrieb gehen. Dem Vernehmen nach sind Ausschreibungen für Markt- und Machbarkeitsstudien in Vorbereitung.

Das mit Abstand wichtigste Petrochemieprojekt ist der noch nicht in Angriff genommene Bau ei- ner auf 3 Mrd. US$ veranschlagten Ethan-Crack-Anlage. Insgesamt ist eine jährliche Ethylen- Produktion von 1,1 Mrd. t zur Weiterverarbeitung vorgesehen. Unklarheiten über Lieferkosten und Bedingungen von Erdgas verzögern weiterhin das Projekt. Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Werkes für 2013 geplant. Zur Großanlage kommt die Modernisierung zweier Anlagen hinzu – eine Ethylen-Anlage in Skikda und eine Methanolanlage in Arzew.

Weiterhin auf Halt gesetzt ist der Bau einer Aluminiumschmelze, den die Sonatrach gemeinsam mit der Emirates Aluminium International (EMAL) avisiert hat. Das 400 ha große Werk ist für Beni Saf vorgesehen, das an der Mittelmeerküste in Nähe der europäischen Märkte liegt. An das Projekt schließt der Bau eines Tiefseehafens und eines Kraftwerks an.

In der Phase des Vorentwurfs befindet sich eine der weltweit größten Zinkmiene im Nordosten des Landes, circa 25 km von der Hafenstadt Bejaja entfernt. Anteilseigner des Projektes sind Office National de Recherche Geologique et Miniere (ORGM), Entreprise Nationale des Produits Miniers Non-Ferreux und das australische Unternehmen Terramin Resources.

 GTAI

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