Wasserwirtschaft: Wasserversorgung und -entsorgung

Im Investitionsplan 2010 bis 2014 nehmen Wasserversorgung und -entsorgung sowie Bewässe- rungsprojekte einen zentralen Stellenwert ein. Für 2014 ist ein jährliches Trinkwasservolumen von 3,6 Mrd. cbm im Jahr avisiert. 2009 lag das verfügbare Trinkwasservolumen bei 2,75 Mrd. cbm. Insgesamt plant die algerische Regierung das Netz für die Trinkwasserversorgung von gegen- wärtig rund 90.000 km auf 105.000 km in 2014 zu erweitern. Bei den Haushaltsabwässern sollen rund 5.000 km Leitung hinzukommen. Zudem hat der Fünfjahresplan zum Ziel, in zunehmendem Maße eine tägliche Trinkwasserversorgung für die Haushalte zu gewährleisten. Es gibt auch Pläne, die landwirtschaftliche Bewässerung auszubauen: Die bewässerten Flächen sollen bis 2014 auf 1,2 Mio. ha steigen (2009: 914.000 ha).

Nach offiziellen Angaben sind 94% der algerische Bevölkerung an dem Trinkwassernetz und 87% am Abwassernetz angeschlossen. Eine kontinuierliche und qualitative Versorgung der Bevölke- rung ist aber in weiten Teilen des Landes nicht gewährleistet. Neben der angestrebten Steigerung des Wasserangebots ist die Erneuerung und Verbesserung der Wasserversorgungsnetze lange Zeit vernachlässigt worden.

Nationales Programm soll Trinkwasserversorgung sanieren. Gegenwärtig werden die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung von algerischen Großstädten rehabilitiert. Angelaufen ist 2010 ein nationales Programm für die Sanierung der Trinkwasserversorgung in 37 Ortschaften. Der Fünfjahresplan 2010 bis 2014 sieht außerdem den Bau von 44 neuen Kläranlagen und 42 Abwasserteichen zur biologischen Aufbereitung vor. Seit Februar 2012 läuft eine Ausschreibung für eine Mega-Kläranlage in Mostaganem mit einer Jahres- kapazität von 1 Mrd. cbm. In der Provinz Oran sollen bis 2013 sechs neue Kläranlagen geben.

Für die Entwicklung der Wasserversorgung setzt Algerien in hohem Maße auf den Bau neuer Stau- dämme. Im Investitionsplan 2010 bis 2014 ist der Bau von 35 Staudämmen und 25 Wassertransfer- systemen angekündigt, wodurch sich die Anzahl der bestehenden Talsperren auf 104 erhöhen wür- de. Die Anzahl der Rückhaltebecken für Regenwasser erhöht sich, staatlichen Angaben zufolge, von 407 auf 581.

Weiterhin groß ist der Bedarf bei der Instandsetzung und -haltung der bestehenden Staudämme. Die insgesamt 57 größeren Staudämme des Landes sind auf einem gesamten Fassungsvermögen von rund 6,8 Mrd. cbm ausgelegt. Das verfügbare Wasser ist aber aufgrund von Versandung, Sickerverlusten und Verdunstung weitaus geringer. Fachleute berichten über eine jährlich fallen- de Rückhaltekapazität aufgrund einer mangelhaften Bausubstanz. Bis 2016 sollen 32 neue Stau- dämme gebaut und damit eine Gesamtkapazität von 9 Mrd. cbm erzielt werden. Auch wenn Abstri- che bei Umfang und im Zeitplan möglich sind, ein großes Marktpotenzial beim Bau von Staudäm- men besteht allemal. Gute Marktchancen bieten zudem Projekte zur Versorgung mit fossilem oder regenerativem Grundwasser sowie von Oberflächenwasser.

Zahlreiche Staudämme in Planung. Die Agence Nationale des Barrages et Transferts hat im Dezember 2011 Machbarkeitsstudien für vier neue Staudämme ausgeschrieben: Koudiet Ben Aida, Branis, Bounachi, Boukmouri und Mella- gou. Geplant ist das Wasserversorgungssystem um den Staudamm Béni Haroun (u.a. Versorgung von Constantine) durch die Integration von fünf weiteren Staudämmen zu erweitern. Im Bau ist ein Wassertransfer nach Les Hautes Plaines Sétifiennes, der den Bau von drei Staudämmen umfasst. In der Hauptausschreibung sind gegenwärtig zwei Staudämme für die Trinkwasserversorgung in der am Mittelmeer und an Tunesien grenzenden Provinz El Tarf mit einer Rückhaltekapazität von 125 Mio. cbm und in dem Gouvernorat Relizane (im Nordwesten), der auf 83 Mio. cbm dimensio- niert ist. Ausschreibende Behörde ist die Agence Nationale des Barrages et des Transfer (ANBT).

Quelle GTAI

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